Freies Wort, Artikel vom 30.8.2008

Gepostet am Aug 30, 2008 in Presseartikel

Was länger währt, wird doch noch grün
Schafwollmatten an der B 19 / Trockenheit verzögert blühende Landschaft / Weitere Erosion verhindert
 

Schwallungen – Viele Autofahrer haben in den vergangenen Wochen das Gras entlang der B 19 wachsen sehen. Nur, dass es langsamer ging als ursprünglich gedacht. Oberhalb von Schwallungen ließ die Firma Geotex-Holland-Moritz GbR im Mai Schafwollmatten mit integriertem Samen ausbringen. Das Ziel war, innerhalb von fünf Wochen eine blühende Landschaft wachsen zu lassen. Doch das Saatgut habe in Kombination mit der Witterung nicht so mitgespielt wie gehofft.

„Die versprochene blühende Landschaft in fünf Wochen ist nicht eingetreten“, sagt Jan Holland-Moritz, Geschäftsführer von Geotex. Aber mittlerweile sei fast alles grün geworden bzw. auf dem Weg dorthin. „Dass es funktioniert, ist sichtbar“, äußert sich Holland-Moritz über die Methode der Begrünung, mit der seine Firma gemeinsam mit dem Technologie- und Gründerzentrum Schmalkalden/Dermbach (TGF) bei dem Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ erfolgreich war.

An der B 19 traten jedoch laut Holland-Moritz einige Komplikationen mit dem Saatgut auf. „Das erste Saatgut ist kurzzeitig angegangen“, beschreibt der Geschäftsführer von Geotex. „Dann ist der Keim aufgrund der Trockenheit ausgetrocknet.“ Dies passierte aber nur stellenweise. Während laut Holland-Moritz die Dammböschung innerhalb kurzer Zeit begrünt wurde, entpuppte sich die Einschnittböschung als Nachzügler. „Es war das gleiche Saatgut, aber vielleicht ein anderer Sack.“ Dazu kamen rund vier Wochen keine Niederschläge, so dass Keimlinge abgebrochen seien. Mittlerweile wurde jedoch nachbesamt, um die versprochenen grünen Hänge zu verwirklichen. Gemäht werden konnte bis jetzt zwar noch nicht, aber Holland-Moritz hofft, dass in etwa zwei bis drei Wochen die erste Mahd bei Schwallungen angesetzt werden kann.

Zufrieden ist er jedoch damit, wie sich die Schafwollmatten auf dem erosionsgefährdeten Untergrund bewähren. „Die Matten haben auf dem Boden gehalten, es gab keine Ausspülungen und Abrisse.“ Damit hätten die Matten eine weitere Erosion des Bodens verhindern können. Zur Kontrolle des Projekts sieht sich Holland-Moritz etwa alle zehn Tage an der B 19 um.

Auch in Gera und an der A 71 bei Heldrungen kommen die Matten aktuell zum Einsatz. Dabei würde es in Gera schon ziemlich grün aussehen, meint Holland-Moritz und fügt hinzu, dass das Wetter jetzt wieder ein bisschen anders sei, als bei der Ausbringung in Schwallungen. Darüber hinaus laufen in Erfurt Versuche mit den Matten, um sie vielleicht künftig im Gartenbau einsetzen zu können.