Die nachfolgende Einführung enthält Hinweise für die Verwendung der GEOTEX – Produktfamilie in der Ingenieurbiologie. Hierbei geht es in erster Linie um oberflächennahe Schutz-, Stütz- und Filteraufgaben (Erosionsschutz), wobei das Geotextil begrünbar und damit durchwuchs- bzw. durchwurzelungsfähig und verrottbar sein soll.
Herkömmliche Geotextilien, die für andere Anwendungen (z.B. für den Einsatz im Straßenbau oder bei Entwässerungen) entwickelt wurden, sind in der Regel nur begrenzt in der Ingenieurbiologie einsetzbar, da insbesondere der Durchwuchs bzw. eine Durchwurzelung begrenzt sind. Die GEOTEX Naturfaser- Geotextilien erfüllen die hier geforderten, einsatzspezifischen Bedingungen.
Grundsätzlich gilt: Für Geotextilien, die in der Ingenieurbiologie eingesetzt werden und von Pflanzen durchwachsen bzw. durchwurzelt werden müssen, sich ständig in Bodenkontakt befinden und den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, ist die Materialauswahl von entscheidender Bedeutung. Nicht zuletzt deswegen, weil davon die Lebensdauer und die Reißfestigkeit abhängt. Die Geotextilauswahl nur aufgrund bestimmter Mindestanforderungen wäre gefährlich, da nicht nur Struktur, Gewicht und Preis eines Produktes über die Eignung für eine dauerhafte Begrünung entscheidend sind oder sein sollten.
Mitentscheidend sind auch Fragen:
- der unterschiedlichen Begrünung (Gräser, Kräuter und/ oder Gehölze)
- der gewünschten oder verlangten Lebensdauer
- der Zerfallsprodukte bei der Verrottung
Zweck des Geotextileinsatzes:
In der Ingenieurbiologie haben Geotextilien in erster Linie die Aufgabe, der Stützung und Festigung lockerer Oberflächenschichten bis zur festigenden Wirkung der Verwurzelung durch die Bepflanzung selbst.
Ziele:
- Schutz der Oberflächenschicht vor Wasser- und Winderosion
- Schutz der Oberflächenschicht vor Hochwasser (Wasserbau)
- Schutz und Stabilisierung der Oberflächenschicht (z.B. Humus) vor dem Abrutschen
- rauhe Tragschicht und Armierung für Pionierbegrünungen
- Befestigung loser Bodenschichten bis zur Durchwurzelung
- Befestigung der Wurzelschicht selbst
Da eine ausreichende Verwurzelung in vielen Fällen erst nach einigen Jahren (3 – 5) vorhanden ist, ist die Lebensdauer der GEOTEX Geotextilien darauf abgestimmt.
In der Ingenieurbiologie werden zunehmend biologisch abbaubare Geotextilien eingesetzt, die ihrerseits zur Humusbildung beitragen können. Hierzu eignen sich besonders die Woll- und Heufasern, aus denen die GEOTEX – Geotextilien hergestellt sind.
Der Geotextileinsatz ist vor allem dann sinnvoll, wenn er andere ausführungstechnisch aufwendige Stützmaßnahmen, wie Steine, Flechtwerk, Holzgitter usw. ersetzen kann und die vollflächige, durchgehende Begrünung erwünscht ist. Praktisch unerlässlich ist er bei der Ausführung erosionsgefährdeter, sehr steiler Böschungen. In diesem Fall muss der Porendurchmesser des eingesetzten Geotextiles auf die Korngrößenverteilung der zu schützenden Schicht abgestimmt werden. Vor allem gefährdet sind hier nichtbindige Löß- und Sandböden.